Konditorei und Cafe´ Hempel


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Konditorei lockt mit ihrem Wiener Charme


Stollberger Unternehmen feiert heute 100-jähriges Bestehen - Betrieb in vierter Generation in 

Familienbesitz - Cafe verfügt jetzt über Kamin.cafe alt

Diese historische Aufnahme zeigt das Cafe in seinen jungen Jahren. Willy Hempel warb einst für seine Konditorei Konditormeister Ronny Schäfer sowie die Verkäuferinnen Katrin Günther
sogar mit Postkarten.

Von Petra Wötzel

Stollberg. Ein besonderes Jubiläum feiert heute die Stollberger Konditorei Hempel: Seit 100 Jahren und in vierter Generation ist das Unternehmen in Familienbesitz.
Bis zum Jahr 1875 war in dem Gebäude in der Stollberger Herrenstraße 8 eine Färberei untergebracht. Erst 1875 wurde ein Bäckerladen eingebaut. 1880 zerstörte ein Brand das Haus. Es wurde aber unmittelbar danach wieder aufgebaut.
Im April 1910 verkaufte Bäckermeister Rautsch die Bäckerei an Willy Hempel. Er veränderte bis etwa 1925 nach und nach das Geschäft mit angeschlossenem Cafe nach und nach. Das damals geschaffene Flair, das an ein Wiener Kaffeehaus erinnert, hat sich bis heute erhalten. Für seine Feinbäckerei mit Zentralheizung und elektrischem Licht warb Willy Hempel sogar auf Postkarten.
Im Januar 1949 übernahm sein Sohn Gerhard das Geschäft. Nach dessen Tod 1977 durfte Ehefrau Edelgard Bäckerei sowie Konditorei und Cafe zwischenzeitlich weiterführen. Ab 1980 leitete die Tochter und Konditormeisterin Hannelore Seifert den Betrieb.
Nach umfangreichen Sanierungs- und Umbauarbeiten ist seit 2002 Ronny Schäfer, Sohn Gerhard Hempels zweiter Tochter Gabriele und Urenkel von Willy Hempel, Inhaber. Nach dem Realschulabschluss lernte der Stollberger Konditor und absolvierte in Rekordzeit von weniger als einem Jahr die Meisterschule. Mit 22 Jahren war er damals der jüngste Meister im Landkreis.
Tradition erhalten, aber auch mit der Zeit gehen - das ist eine Herausforderung die auch für Ronny Schäfer nicht immer einfach ist. „Ich habe gemerkt, dass wieder mehr Wert auf Tradition gelegt wird. Der Trend geht wieder hin zu Althergebrachtem, Handwerk wird wieder geschätzt", so Ronny Schäfer. Aus etwa 14 Brötchen- und Brotsorten kann man derzeit wählen. Obwohl moderne Technik heute zum Bäckergeschäft gehört, ist die Produktion in Backstube und Konditorei handwerklich geblieben. Seine Zutaten bezieht der Meister komplett aus der Region. Klassiker wie
Mohrenköpfe oder Cremeschnitten werden bis heute von den Kunden gewünscht und geliebt - und auch gerne im hauseigenen Cafe genossen.
Es ist das Ambiente, der besondere Charme, der die ältere Generation in Erinnerungen an früher schwelgen lässt. Auch die Jugend hat inzwischen das freundliche Cafe für sich entdeckt. So sitzt man auf gemütlichen Bänken zwischen altem Grammophon, elektrischem Klavier, antiken Leuchtern, betagten Kassen und Waagen. Bleiverglasungen wurden zwar bei Umbauarbeiten saniert, die Originalfassung aber immer beibehalten. Für zusätzliche wohlige Wärme wird in diesem Winter erstmals ein Kamin sorgen. „Das ist eine Überraschung und ein Dankeschön an meine treuen Kunden", verrät Ronny Schäfer.
Insgesamt sechs Mitarbeiter sind derzeit im Stammhaus der Konditorei und des Cafes Hempel auf der Herrenstraße und in der Filiale auf der Jahnsdorfer Straße beschäftigt. Zwei Meister, die heute selbstständig ihren Weg gehen, sowie zwei Lehrlinge wurden in den letzten Jahren ausgebildet. Gerne würde Ronny Schäfer wieder einen Auszubildenden einstellen, im letzten Ausbildungsjahr hatte er trotz intensiver Suche aber keinen Interessenten gefunden.

 

(Quelle:SZ)